Grundlagen
CO₂-Extraktion erklärt
Was im Extraktionsbehälter passiert und warum Druck und Temperatur darüber entscheiden, was im Extrakt landet.

Bei der überkritischen CO₂-Extraktion wird Kohlendioxid oberhalb seines kritischen Punkts eingesetzt. Dort verhält es sich zugleich teilweise wie ein Gas und wie eine Flüssigkeit: Es durchdringt Pflanzenmaterial und löst dabei aromatische und bioaktive Stoffe.
Der Prozess in fünf Schritten
- Beladung — Der botanische Rohstoff wird in einen druckfesten Extraktionsbehälter gefüllt.
- Druckaufbau — CO₂ wird über den kritischen Punkt von ungefähr 31 °C und 74 bar gebracht.
- Extraktion — Das überkritische CO₂ durchströmt das Material und löst ausgewählte Zielstoffe. Eine fraktionierte Abscheidung kann die Selektivität weiter erhöhen.
- Abscheidung — Der Druck sinkt; CO₂ wird wieder gasförmig und trennt sich vom Extrakt. Ein Verdampfen organischer Lösemittel ist nicht nötig.
- Rückgewinnung — Das CO₂ kann aufgefangen, erneut verdichtet und wiederverwendet werden.
Warum Druck und Temperatur zählen
Mit Druck und Temperatur ändert sich das Lösevermögen von CO₂. Niedrigere Kombinationen begünstigen leichte, flüchtige Aromastoffe; höhere Kombinationen erfassen schwerere Stoffe wie Wachse und Harze. Diese Einstellbarkeit macht das Verfahren für unterschiedliche Anwendungen nutzbar.
Bedeutung für den Einkauf
Da beim bestätigten Verfahren kein organisches Lösemittel wie Hexan oder Ethanol eingesetzt wird, entsteht aus dem Extraktionsschritt kein organischer Lösemittelrückstand, der in der nachgelagerten Sicherheitsdokumentation verwaltet werden müsste.