Zwei Verfahren, zwei Profile. Wo der Unterschied für eine Rezeptur zählt und wo nicht.
Ätherisches Öl und CO₂-Extrakt können aus demselben Rohstoff stammen. Das Extraktionsverfahren entscheidet, welche Stoffe im Endprodukt landen.
Vergleich auf einen Blick
Kriterium
Ätherisches Öl — Dampfdestillation
CO₂-Extrakt
Verfahren
Dampf trägt flüchtige Stoffe, anschließend Kondensation
Überkritisches oder subkritisches CO₂ löst Stoffe direkt
Wärmeeinwirkung
Deutlich; empfindliche Stoffe können sich verändern
Gering; niedrige Temperaturen können fragile Aromastoffe schützen
Stoffspektrum
Flüchtige, dampfgängige Stoffe
Flüchtige Aromastoffe plus schwerere nichtflüchtige Bestandteile
Aromaprofil
Leichter, teilweise wärmeverändert
Häufig näher an der frischen Pflanze
Ausbeute
Bei harzigen Stoffen oft geringer
Oft breiter und vollständiger
Rückstand
Kein organischer Lösemittelrückstand
CO₂ trennt sich bei Druckabsenkung; kein organischer Lösemittelrückstand
Wo der Unterschied zählt
Feine Düfte: CO₂-Extrakte können vollere, naturnahe Basisnoten erhalten.
Hitzeempfindliche Rohstoffe: Die niedrige Prozesstemperatur kann empfindliche Kopfnoten schützen.
Harzige oder wachsige Botanicals: CO₂ kann schwerere Moleküle erfassen, die nicht mit Wasserdampf übergehen.
Wo er weniger zählt
Bei einfachen, sehr flüchtigen Rohstoffen wie Zitrusschalen können beide Methoden vergleichbare Ergebnisse liefern; die Dampfdestillation bleibt eine etablierte und wirtschaftliche Wahl.
Für Formulierer
Entscheidend ist, ob die Anwendung das breitere Stoffspektrum eines CO₂-Extrakts oder die klassischen flüchtigen Kopfnoten eines ätherischen Öls braucht — und welche Kosten und Produktionsmaßstäbe für das Botanical gelten.